Eine Woche lang drehte sich an unserer Grund- und Mittelschule alles um Nachhaltigkeit, Umweltbildung, digitales Handeln und bewusstes Verbraucherverhalten. Unterstützt wurde die Schule dabei von den Teamerinnen und Teamern der Diözese Würzburg, die an jedem Projekttag mit den Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Workshops arbeiteten.

Als Umweltschule ist die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und verantwortungsvollem Handeln fest im Schulprofil unserer Schule verankert. Mit der Projektwoche sollte dieses Profil für die Schülerinnen und Schüler ganz praktisch erfahrbar werden. Dabei ging es nicht nur darum, Wissen zu vermitteln, sondern vor allem darum, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen und das eigene Handeln zu hinterfragen: Woher kommen unsere Lebensmittel? Was passiert mit nicht mehr ganz frischen Lebensmitteln? Woher kommt unsere Kleidung? Unter welchen Bedingungen wird sie hergestellt? Was passiert mit unserem Müll? Und wie können wir Tiere und Umwelt schützen?

Für die Grundschule standen vor allem Umwelt- und Naturschutzthemen auf dem Programm. Die Kinder beschäftigten sich unter anderem mit Tieren, Müll, Plastik, Lebensmitteln und fairem Handel.

Von Aalen, Müll und Plastik bis zur Lebensmittelverschwendung

Im Workshop „Tierisch unterwegs“ lernten die Kinder beispielsweise die erstaunliche Wanderung des Aals kennen. Sie erfuhren, welche weiten Strecken ein Aal zurücklegt und welche Herausforderungen auf seinem Weg liegen. Dabei wurde das Thema ganz praktisch vermittelt: Die Kinder schlüpften selbst in die Rolle der Tiere, bewegten sich durch einen Tunnel und konnten so die Fortbewegung eines Aals spielerisch nachempfinden. Beim Tier-Memory erfuhren sie außerdem viel über verschiedene Tiere und das Zusammenspiel von Tier und Natur.

 

 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema „Plastik und anderer Müll“. Die Kinder beschäftigten sich mit Mülltrennung und setzten sich spielerisch mit den Folgen von Abfällen für unsere Umwelt auseinander. Besonders die Auswirkungen von Plastik auf die Meere wurden anschaulich vermittelt. Durch Spiele, Bewegungsangebote und gemeinsame Aufgaben entstand eine abwechslungsreiche Mischung aus Zuhören, Entdecken und eigenem Tun.

Die vierten Klassen gingen noch einen Schritt weiter und beschäftigten sich mit der Frage, wie wir im Alltag nachhaltiger mit unseren Lebensmitteln umgehen können. Ein wichtiger Schwerpunkt war dabei die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung.

Die Schülerinnen und Schüler lernten, dass Nachhaltigkeit bereits beim Einkauf und bei der richtigen Lagerung von Lebensmitteln beginnt. Gemeinsam wurde überlegt, welche Lebensmittel im Kühlschrank und welche besser im Schrank oder bei Raumtemperatur aufbewahrt werden, damit sie möglichst lange haltbar bleiben. Auch die Frage, was mit Lebensmitteln geschehen kann, die schon etwas älter sind, spielte eine wichtige Rolle. Aus übrig gebliebenen oder nicht mehr ganz frischen Lebensmitteln lässt sich häufig noch etwas Leckeres zubereiten, anstatt sie einfach wegzuwerfen.

Darüber hinaus beschäftigten sich die Kinder mit saisonalen Lebensmitteln. Sie lernten, dass beispielsweise nicht jedes Obst und Gemüse zu jeder Jahreszeit bei uns wächst und dass es sinnvoll sein kann, sich beim Einkauf stärker an der jeweiligen Saison zu orientieren. So wurde deutlich, dass auch scheinbar kleine Entscheidungen im Alltag einen Beitrag zu einem nachhaltigeren Umgang mit unseren Ressourcen leisten können.

Ein weiterer spannender Bestandteil des Workshops war das Thema faire Schokolade. Die Kinder gingen der Frage nach, woher die Kakaobohnen für unsere Schokolade eigentlich kommen und unter welchen Bedingungen Kakao angebaut und geerntet wird. Dabei wurden auch die Arbeitsbedingungen der Menschen thematisiert, die an der Herstellung beteiligt sind. Die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass hinter einer Tafel Schokolade ein langer Weg vom Anbau des Kakaos bis zum fertigen Produkt im Supermarkt steckt.

Damit wurde auch der Zusammenhang zwischen Konsum, globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit deutlich. Die Kinder lernten, dass sie beim Einkauf auf verschiedene Kriterien achten können und dass beispielsweise fair gehandelte Produkte dazu beitragen können, bessere Bedingungen für die Menschen am Anfang der Lieferkette zu unterstützen.

Die Mittelschule: Konsum kritisch hinterfragen

Die älteren Schülerinnen und Schüler der Mittelschule beschäftigten sich stärker mit Verbraucherverhalten, digitalem Handeln, sozialer Verantwortung und fairem Konsum.

Ein Beispiel dafür war der Workshop „Fair Fashion“. Die Jugendlichen untersuchten die Herkunft ihrer eigenen Kleidung und beschäftigten sich mit bekannten Modemarken und deren Arbeitsbedingungen. Dabei stellten sie fest, dass es keineswegs selbstverständlich ist, Kleidung zu finden, die unter wirklich fairen Bedingungen produziert wurde.

Die Schülerinnen und Schüler wurden dadurch angeregt, ihr eigenes Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen: Woher kommt ein Produkt? Wer hat es hergestellt? Unter welchen Bedingungen wurde gearbeitet? Wie lange werde ich es nutzen? Und brauche ich es überhaupt?

Weitere Workshops beschäftigten sich mit Themen wie sozialer Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Tierschutz und bewussten Konsumentscheidungen. Dadurch wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit viele Bereiche unseres täglichen Lebens betrifft – vom Umgang mit der Natur über unsere Ernährung bis hin zu Kleidung, Konsum und digitalen Lebenswelten.

Lernen auch in der Pause

Ein besonderer Bestandteil der Projektwoche waren die praktischen und spielerischen Methoden. Die jeweils zwei Teamerinnen und Teamer der Diözese Würzburg begleiteten die Klassen über mehrere Stunden und sorgten auch in den Pausen für abwechslungsreiche Angebote.

An einem Glücksrad und mit verschiedenen Quizfragen konnten die Kinder ihr Wissen zu den behandelten Themen testen. Wer eine Frage richtig beantwortete, konnte sogar Blütensamen gewinnen – passend zum Thema Natur und Artenvielfalt.

In anderen Pausen wurde ein Taschendruck mit Lavendelöl angeboten. Auch hier konnten die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden und etwas Nachhaltiges und Individuelles gestalten.




Nachhaltigkeit beginnt im Alltag

Die Projektwoche machte deutlich: Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei großen politischen Entscheidungen, sondern auch im eigenen Alltag. Müll richtig trennen und möglichst vermeiden, Lebensmittel wertschätzen, saisonal einkaufen, Tiere und Natur schützen, Kleidung bewusster auswählen oder auf faire Produkte achten – viele kleine Entscheidungen können zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen beitragen.

Für unsere Schule war die Projektwoche deshalb eine wertvolle Ergänzung des Schulalltags. Als Umweltschule möchten wir unseren Schülerinnen und Schülern nicht nur Wissen über Umwelt und Nachhaltigkeit vermitteln, sondern sie dazu befähigen, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihre Zukunft bewusst mitzugestalten.

Die Workshops zeigten dabei auf ganz unterschiedliche Weise, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein großes und manchmal abstraktes Thema ist. Sie begegnet uns beim Öffnen des Kühlschranks, beim Einkaufen, beim Anziehen eines T-Shirts, beim Umgang mit Müll oder beim Blick auf eine Tafel Schokolade.

Genau diese Verbindung zum eigenen Alltag machte die Projektwoche besonders wertvoll: Die Kinder und Jugendlichen konnten erfahren, dass ihre eigenen Entscheidungen zählen und nachhaltiges Handeln bereits im Kleinen beginnen kann.



                                                                                                                                                                                          M. Mantel