Was passiert eigentlich mit einem Apfel, bevor er als leckerer Apfelsaft im Glas landet?
Dieser Frage gingen unsere vierten Klassen in diesem Herbst ganz praktisch auf den Grund. Denn das Apfelsaftkeltern ist inzwischen eine schöne Tradition an unserer Schule und gehört für die Viertklässler jedes Jahr zum Herbst dazu.
In diesem Jahr wollten wir den Kindern jedoch nicht nur das Keltern selbst zeigen, sondern ihnen die Möglichkeit geben, den gesamten Weg vom Apfel bis zum fertigen Saft selbst zu erleben.
Unser Wandertag führte uns zum Streuobstwiesenprojekt der Gemeinde. Dort wurden die Klassen von Herrn Friedel und Herrn Peiffer empfangen. Die beiden gaben den Kindern zunächst einen Einblick in das Projekt und erklärten ihnen die Besonderheiten der Streuobstwiese mit ihren rund 250 Obstbäumen.

Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass Apfel nicht gleich Apfel ist und sich nicht jede Sorte gleichermaßen zum Keltern eignet. Gemeinsam wurde besprochen, welche Äpfel besonders gut für die Saftgewinnung geeignet sind und worauf beim Sammeln geachtet werden muss.
Mit großem Eifer sammelten die Kinder die reifen Äpfel von den Wiesen. Körbe und Säcke füllten sich schnell, und schon bald war klar: Die fleißigen Sammlerinnen und Sammler hatten für reichlich „Rohmaterial“ für unseren Apfelsaft gesorgt. Dabei konnten die Kinder unmittelbar erleben, wie viel Arbeit und gemeinsamer Einsatz hinter einem Lebensmittel stecken.


Am nächsten Tag wartete dann der nächste spannende Teil des Projekts: das eigentliche Keltern mit Hubert Bathon von Frohnatur.

Herr Bathon erklärte den Kindern anschaulich, wie aus den gesammelten Äpfeln schließlich Apfelsaft entsteht. Schritt für Schritt konnten die Schülerinnen und Schüler den Prozess nachvollziehen:
Sammeln – Waschen – Zerkleinern – Pressen – Filtern – Abfüllen





Zunächst werden die Äpfel gründlich gewaschen und von Verschmutzungen befreit. Anschließend werden sie zerkleinert. Die entstandene Maische wird in die Presse gefüllt und kräftig ausgepresst. Dabei läuft der frische Apfelsaft heraus – ein besonders spannender Moment für die Kinder! Anschließend wird der Saft je nach Verfahren weiterverarbeitet und schließlich abgefüllt.
Natürlich durfte auch das Probieren des frisch gepressten Apfelsaftes nicht fehlen. Und der schmeckte gleich doppelt so gut, schließlich hatten die Kinder die Äpfel dafür selbst gesammelt!

Die Aktion war nicht nur ein besonderes Erlebnis, sondern vermittelte den Kindern auch wichtige Erfahrungen rund um Nachhaltigkeit, Natur und bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Die Kinder lernten, dass Streuobstwiesen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tiere und Pflanzen sind und gleichzeitig regionale Lebensmittel liefern. Sie erfuhren, dass Äpfel nicht weit transportiert werden müssen, wenn sie direkt vor unserer Haustür wachsen, und dass aus heimischem Obst ein leckeres Lebensmittel entstehen kann.
Vor allem aber wurde deutlich: Lebensmittel entstehen nicht einfach im Supermarktregal. Hinter einem Glas Apfelsaft stecken Natur, Zeit, Arbeit und viele einzelne Schritte. Durch das eigene Sammeln, Verarbeiten und Keltern konnten die Kinder diesen Weg unmittelbar nachvollziehen. Auch der Gedanke der Wertschätzung von Lebensmitteln wurde dabei ganz praktisch erfahrbar. Jeder gesammelte Apfel wurde sinnvoll genutzt und am Ende zu einem Produkt verarbeitet, das die Kinder selbst hergestellt hatten.
Am Ende waren sich wohl alle einig: Selbst gesammelter und selbst gekelterter Apfelsaft schmeckt einfach besonders gut!
M. Mantel
